Pressestimmen

"Vertonte Rosenwangen"

Konzert: Lieder von Mozart beim Wagner- Verband

Selbst der Richard- Wagner- Verband Mannheim- Kurpfalz begibt sich termingerecht auf den langen Marsch durch das Köchelverzeichnis. Präsidentin Ilse Hannibal, das Ohr stets am Puls der Zeit , weiß sehr wohl, dass sie ihre Wagnerianer auch mit einem Mozart- Liederabend glücklich machen kann. Entsprechend wurden die Stipendiatinnen Barbara Grabowski (Mezzosopran) und Asli Kilic (Klavier) im Stamitzsaal des Rosengartens begrüßt, die zunächst einen Panoramablick auf das Liedschaffen des Salzburger Meisters boten- von „Daphne, deine Rosenwangen“ des Zwölfjährigen bis zu den späten Liedern, die wieder zum Volkston zurückfanden.

Zwischen den beiden Liedblöcken erläuterte der junge Musikwissenschaftler Timo J. Herrmann Mozarts kompositorische Bandbreite zwischen edler Schlichtheit und Musikdra-
matik. Ganz nebenbei rückte es auch den im Programmzettel verballhornten Titel des Minia-
turdramas „Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte“ gerade und bat um Verständnis dafür, dass Barbara Grabowski, durch eine Erkältung gehandicapt, auf die vorgesehene Dorabella- Arie aus der „Cosi fan tutte“ leider verzichten müsse.

Derart sensibilisiert, sahen die Zuhörer der jungen Sängerin ein paar Intonationsprobleme nach und erfreuten sich an ihrem modulationsfähigen Mezzo in schlichten Strophenliedern wie in „Der Zauberer“ und der bewussten „Luise“ wie in den entzückenden französischen Arietten „Oiseaux, si tous les ans“ und „Dans un bois solitaire“.

Die Pianistin Asli Kilic war schon bei der anspruchsvollen Liedbegleitung durch Sensibilität und Ausdrucksstärke aufgefallen. Der positive Eindruck verstärkte sich noch bei ihrem Solobeitrag, dem poetischen Rondo a- moll KV 511, das schon deutlich romantische Züge
aufweist.

Zum Ausklang Mozarts große Konzertarie (Recitativo e Rondo) „Ch´io mi scordi di te- Non temer, amato bene“ KV 505, die der Sängerin lyrische Bögen und dramatische Ausbrüche gleichermaßen und ihrer Begleiterin pianistische Brillanz abverlangte.“ Komm, lieber Mai“
und ein Dacapo von „Un moto di gioia“ gab´s als Dank für den reichen Applaus.




Mannheimer Morgen, 12.01.2006, Waltraut Brunst

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