Pressestimmen

CD Höreindruck
Es ist ihre zweite CD bei dem kleinen Label Rodenstein. Die tief emotionalen Werke des Tschechen Leos Janácek sind eine gewaltige Herausforderung, da man sich in dessen Ausdrucks- und Klangwelt hineinbegeben muss, die zwischen Verzweiflung und ausbruchartigen Exzessen changiert. Doch die gebürtige Frankfurterin Asli Kilic ist dieser Gedankenwelt durchaus gewachsen. Schon in den Stücken des Zyklus "Im Nebel" vermag sie der Ausdruckswelt mit dem richtigen Gespür für Klang zu verleihen. Gerade der Feinsinn für die Nuancierung zwischen Dynamik und Agogik verleiht ihrem Spiel die Faszination und die eindringliche Ausdruckskraft. In den Stücken des Zyklus "Auf verwachsenem Pfade" findet Kilic zu einer ebenso tiefsinnigen Aussage, wobei sie vor allem die Klangkultur ihres Anschlags derartig geschickt zu kontrollieren versteht, dass man ergriffen Eintaucht in die Welt Janáceks, der hier Alltagsdinge auf seine so urtypische Art und Weise musikalisch beschreibt. Und in der so grandiosen Sonate 1.10.1905 findet die Pianistin wirklich zu einem ausgereiften Vorwärtsdrang, der immer wieder unterbrochen wird von Nebengedanken und musikalischen Erlebnissen, so dass sich dem Zuhörer die Form des Werkes erschliesst. Dabei überzieht sie niemals die Akzente oder lässt das lyrische Hauptthema in samtiger Art untergehen. In dieser Spielweise verleiht Asli Kilic dieser Sonate eine ernsthafte, aber durchweg geschlossene Idee, die überzeugt. Das ist wirklich großartiges Klavierspiel!

Piano News, 01.05.2014, Carsten Dürer

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