Pressestimmen

CD-Rezension: Mozart bis Brahms

Auf ihrer bei Rodenstein Records erschienenen Debüt-CD spielt die Pianistin Asli Kiliç Werke, die in einem vom späten 18. bis zum späten 19. Jahrhundert reichenden Zeitraum entstanden sind. Anders gesagt, Werke von Wolfgang Amadeus Mozart bis Johannes Brahms. Die aus Frankfurt am Main stammende Kiliç erweist sich dabei als durchaus fähige Interpretin, von der man in Zukunft gerne mehr hören würde, egal ob es sich dabei um die Musik von Robert Schumann, Ludwig van Beethoven oder eben Mozart und Brahms handelt.
(...) arbeitet sie den im 'Andante' dahin ziehenden musikalischen Verlauf in seiner teils komplexen Mehrstimmigkeit schlüssig heraus. Zudem hat man bei der 1978 Geborenen, mittlerweile mehrfachen Preisträgerin nie das Gefühl, dass bei ihr Noten unter den Tisch fallen, was unter anderem an ihrem überlegten Umgang mit dem Pedal und dem ausgeglichenen Verhältnis zwischen rechter und linker Hand liegt.
(...) So erklingt der Trauermarsch in Beethovens As-Dur Sonate op. 26 mit angemessenem Pathos und großer Geste. (...) die durchlaufende Motorik der zweiten, dritten und fünften Variation geht bei diesem Vortrag ins Blut. Ebenso überzeugt der überlegt vollzogene Wechsel der musikalischen Charaktere.
In Schumanns Klaviersonate g-Moll op. 22 erhält Kiliç dann in den schnellen Sätzen Gelegenheit, ihre souveräne Virtuosität unter Beweis zu stellen. Gleichwohl bekommt man, während im anfänglichen 'Prestissimo' und im abschließenden 'Presto' die Läufe und Figuren vorbeisausen, nie den Eindruck virtuosen Selbstzwecks, dafür gestaltet sie die im Passagenwerk enthaltenen Melodielinien zu bewusst. Dass Kiliç ein Gespür für musikalische Struktur, Spannung und Entspannung sowie Bezüge zwischen den einzelnen Sätzen eines Zyklus besitzt, merkt man schließlich ebenfalls anhand ihrer Sichtweise auf die Klavierstücke op. 118 von Brahms. (...)
Ein knapper, aber interessanter Booklet-Text und eine ansprechende CD-Verpackung ergänzen den insgesamt überzeugenden Eindruck, den man von Asli Kiliçs Debüt-Einspielung erhält.

klassik.com, 05.06.2009, Aron Sayed

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